Reisebericht und Infos, Oktober/November 2014

»Selbstfahrer-Reise« Oman/Dubai

18.11.2014 um 19:47 Uhr
Hallo Frau Seeger, nachfolgend möchte ich Ihnen, wie besprochen und von Ihnen gewünscht, ein kurzes Feedback zu unserer »Selbstfahrer-Reise« im Oman/Dubai vom 24. Okt. bis 05. Nov. geben:

Individuelle Oman- und Dubai Reise

Die Flugverbindungen Düsseldorf – Dubai – Muscat (Abflug abends – Ankunft gegen Mittag in Muscat / mit ca. 2 Std. Aufenthalt in Dubai) waren sehr angenehm und der gute Service von Emirates war uns bereits bekannt.

Nach der Ankunft in Muscat haben wir dann den von Ihnen reservierten 4WD-Toyota bei AVIS abgeholt. Auch dies hat recht reibungslos geklappt, das Personal war sehr freundlich und so machten wir uns auf den Weg ins gebuchte Tulip Inn in Muscat.

Da wir uns die Lage des Hotels über Google-Earth bereits angesehen und ausgedruckt hatten, konnten wir das Hotel, trotz fehlender Beschilderung recht schnell finden. Empfehlung: das Hotel liegt abseits der Hauptstraßen und ist daher ohne Karte/Plan oder Navi (wenn so etwas im Oman überhaupt funktioniert) sehr schwer zu finden – daher von Zuhause gut vorbereiten !!!

Die Ausstattung, die Sauberkeit und der Service im Hotel sowie das Frühstücksbuffet waren absolut o.k. – das Hotel ist auch aufgrund seiner Lage (man ist schnell auf der Hauptstraße, die einen zu allen Sehenswürdigkeiten führt) zu empfehlen.

Allgemeines zum Thema Sehenswürdigkeiten, selbstfahren und Beschilderung in Muscat bzw. übrigen Oman: Bis auf die Sultan Qaboos Mosque sind alle Sehenswürdigkeiten in Muscat und im übrigen Oman nicht gesondert ausgeschildert und man muss sich schon zu orientieren wissen. Hier sieht man, dass das Land touristisch noch im Aufbau ist, nach unserer Einschätzung ist dies in 5-10 Jahren jedoch spätestens aufgeholt. Überall im Land wird in die Infrastruktur investiert. Das Autofahren im Oman geht sehr gut. An die Fahrweise der Omanis hat man sich nach 1-2 Tagen gewöhnt. Im Großraum Muscat und in größeren Städten wie Sur und Nizwa gibt es, nach der Anzahl der Autos europäische Verhältnisse, in den übrigen von uns befahrenen Städten und Routen gibt es wenig Autoverkehr.

Im Raum Muscat, Mutrah gibt es viele Restaurants, die größtenteils indische Küche anbieten. Zu empfehlen sind die Restaurants an der Corniche von Mutrah. Dort wird dem Besucher, neben einem tollen Blick auf den Hafen und den nahen Souk, auch internationale Küche (Sandwiches, Burger & Co.) angeboten. Möchte man auf den Souks einkaufen, sollte man sich vor der Reise sollte man sich über die Öffnungszeiten informieren.

Von Muscat sind wir dann über die neue vierspurige Schnellstraße in Richtung Sur gefahren. Der Fahrer sollte das vorgeschriebene Tempolimit von 120 zwingend beachten, da gefühlt jeden 2. Kilometer ein Blitzgerät installiert ist. Hilfreich ist das in den Fahrzeugen integrierte Warnsystem, welches einen schrillen Hupton beim Fahren schneller 120 von sich gibt !!!

Auf der Wegstrecke nach Sur gibt es neben der grandiosen Berg- und Landschaftskulisse einige Sehenswürdigkeiten, für die sich ein Zwischenstopp lohnt und für die man sich etwas Zeit nehmen sollte. Für die knapp 200 km von Muscat nach Sur sollte man ohne Stopp knapp 2,5 bis 3 Stunden – mit Stopps einen ganzen Tag einplanen.

In Sur angekommen, haben wir auch das gebuchte Sur Plaza Hotel recht schnell gefunden. Das Hotel ist wohl das beste vor Ort und absolut zu empfehlen. Über das Hotel haben wir dann noch eine Tour zur Schildkrötenbeobachtung in Ras al Jinz (ca. 50km von Sur) gebucht. Diese sollte für jeden Sur-Besucher ein absolutes Muss sein. Ein Fahrer brachte uns (zusammen mit einem weiteren Tour-Bucher) mit einem Kleinbus die 50km zur Schildkröten-Forschungsstation. Dort wurden Gruppen von ca. 20-25 Personen gebildet, die dann mit Guides an den nächtlichen Strand gehen. Man kommt auf wenige cm (!) an die Schildkröten heran und kann diese bei der Eiablage und mit wenig Glück auch kleine beim Schlüpfen beobachten – ein tolles Erlebnis. Zu beachten: Um die Tiere nicht zu stören ist keine Fotoausrüstung erlaubt ! Für die Stadt Sur und seine Sehenswürdigkeiten sollte man dann noch einmal maximal einen Tag einplanen.

Von Sur aus ging dann die Tour weiter nach Nizwa. Für diese Strecke, wenn man keinen Übernachtung in einem der zahlreichen Wüstencamps eingeplant hat, sollte man einen Tag einplanen. Zunächst ist die Strecke bis Ibra sehr gut zu fahren und die Landschaft verändert sich immer wieder (von Wüste bis schließlich ins Gebirge). Wir wollten die Hauptstraße 27 dann bei Ibra in Richtung Sinaw verlassen, um die Wegstrecke um ca. 80-100 km abzukürzen. Aufgrund fehlender Beschilderungen und trotz Nachfragens an einer der zahlreichen Tankstellen, ist uns dies jedoch nicht gelungen und wir fuhren die 27 weiter bis Bidbid und dann weiter in Richtung Nizwa.

Thema tanken: Zugegeben, die Geländewagen und deren Klimaanlagen schlucken mächtig, dies kann jedoch im Oman niemanden schocken. Bei Benzinpreisen von umgerechnet 0,23 € inkl. Bedienung fährt man gerne zur Tankstelle !

Thema Klima: Die gewählte Reisezeit Okt./Nov. war ok. – bei 35-40 Grad (trockene Wärme) konnten kleine Besichtigungstouren durchgeführt werden. Hotels und Autos sind sowieso klimatisiert. Abends kühlt es sich leicht ab, es wird jedoch durch die Meeresnähe schnell schwülwarm.

Am frühes Abend haben wir dann Nizwa erreicht und unser Apartment bezogen. Nizwa ist neben Muscat Hauptanlaufpunkt für Touristen, Hotelkapazitäten in Nizwa sind fast überhaupt nicht vorhanden. Hier wird der Nachholbedarf extrem deutlich. Die Bergregion um Nizwa ist landschaftlich wunderschön und ein Muss für jeden Omanbesucher. Für Selbstversorger zu empfehlen sind sowohl in Muscat als auch in Nizwa die Lulu-Supermärkte, deren Warenangebot (auch westliche, deutsche Lebensmittel) selbst europäische Supermärkte in den Schatten stellt.

In Nizwa ist der Besuch des Souks und des Viehmarktes (Freitags 8 -11 Uhr) zu empfehlen. Dort bekommt man einen tollen Eindruck vom traditionellen Handel und von Land und Leuten. Die Bergregion um den Jebel Akhdar und Jebel Shams hat viele Ausflugsziele zu bieten. Für die vielen schönen Oasendörfer und mächtigen Forts sollte man sich 1-2 Tage Zeit nehmen. Zu beachten: Die Auffahrt zum Jebel Akhdar (sehr gut ausgebaute Teerstraße) ist nur mit einem 4WD-Fahrzeug erlaubt. Eine Polizeikontrollstelle überwacht dies auf der Zufahrtstraße.

Wichtiger Hinweis: Im Oman ist nur bares ist wahres !!! Reiseschecks werden von omanischen Banken und Wechselstuben nicht eingelöst ! Mit der Mastercard kann man nur in Verbindung mit der PIN-Nummer Geld an Automaten ziehen. Daher ist die Mitnahme von ausreichend US-Dollar oder Euro zum Wechseln notwendig. Eine Alternative gibt es noch: bei der National Bank of Oman (in jeder größeren Stadt) kann man mit der Maestrocard (normale Sparkassenkarte) am Automaten Geld ziehen.

Von Nizwa sind wir dann zurück nach Muscat gefahren, haben problemlos den Mietwagen am Flughafen zurückgegeben und sind dann am nächsten Tag weiter nach Dubai gereist.

Hotel in Dubai: In Dubai hatten wir das Rayhann by Rotana gebucht. Aufgrund seiner Lage an der Sheikh Zayed Road und 100mtr. bis zur Metrostation »Financial Centre« ein optimales Stadthotel. Wir haben eine kleine »Suite« im 60. (!) Stockwerk bekommen – Wahnsinn! Der Standard in den Hotels in Dubai ist ja bekanntlich sehr hoch und auch das Rayhaan hat uns sehr gut gefallen. Besonders zu erwähnen das sehr gute Frühstücksbuffet.

Fazit: Alles in allem war das wieder eine tolle Reise! Zum jetzigen Zeitpunkt können wir eine Selbstfahrerreise Reisenden die a) Englisch sprechen b) gewisse Abstriche im Komfort machen c) Improvisieren können d) sich den Gegebenheiten und Gepflogenheiten des Landes und der Bevölkerung anpassen können, absolut empfehlen.

Weitere Infos und Bilder zu unserer Reise können Sie auf unserer Homepage: http://www.juleundjoerg.de/#Oman nachlesen - viel Spaß.

Wir hoffen Ihnen ein kleines Feedback gegeben zu haben und freuen uns auf die nächste, von Ihnen organisierte Reise (derzeit in unserer Planung: Südstaaten USA) !!!

Liebe Grüße
Juliane und Jörg Freudenau